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Fragmente

Kein Gefühl konnte die Realität jemals beschreiben.

Kein Gedanke konnte die Realität nur ein einziges Mal denken.

Und kein Körper konnte die Realität je bezwingen.

Wie Fragmente in einem gigantischen Kaleidoskop – die sich begegnen, verkanten, schließlich weiter treiben.

“Wie beängstigend”, magst du sagen.

“Wie majestätisch”, sage ich.

“Wie absurd”, magst du denken.

“Wie perfekt”, denke ich.

“Aber worin soll der Sinn des Ganzen bestehen?”, magst du fragen.

Der ganze Kosmos ist nichts anderes als die ständige Antwort auf diese Frage.

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Bildnachweis: Gestaltbar / photocase.com

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Verbeuge dich vor der Realität

Realität entfaltet sich in jeder Sekunden genau hier. Um dich herum. Mit dir mittendrin. Vollkommen frisch, neu, unverbraucht, vollkommen einzigartig.

Wie kannst du dem begegnen? Was kannst du daraus machen?

Du brauchst der Realität nicht zu begegnen – nur der menschliche Verstand hält so etwas für möglich.

Du kannst nichts aus der Realität machen – nur der kleine Macher glaubt, er könne die Realität bezwingen.

Manchmal kannst du die Magie und das große Mysterium erkennen. Eben weil die Realität gerade nicht deinen Erwartungen entspricht.

Manchmal willst du mit der Realität kämpfen, sie verdrängen, sie nicht wahrhaben. Und jedes einzelne Mal wird eine falsche Vorstellung von dir verlieren und die Realität gewinnen.

Mit jedem geplatzten Traum, mit jeder Enttäuschung, mit jeder Verletzung wird dir eine weitere Maske abgenommen. Die Realität ist die große Lehrmeisterin. Sie zeigt dir Stück für Stück, was du alles nicht bist.

Verbeuge dich vor der Realität. So verbeugt sich Leben vor Leben. Das ist die tiefste Verbeugung, die möglich ist.

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Bildnachweis: benicce / photocase.com