01.02.2013 Nichts Anderes Keine Kommentare

Verwirrung oder Entwirrung? Ein Experiment für dich

Bewusst oder unbewusst hast du eine Definition, was “du” bist, was zu dir gehört.

Der Körper, von dem du vielleicht glaubst, es wäre dein Körper.
Die Gedanken, von denen du glaubst, es wären deine Gedanken.
Die Gefühle, von denen du vielleicht glaubst, es wären deine Gefühle.

Und selbst wenn du keinen Besitzanspruch darauf anmeldest, so denkst du vielleicht, dass “du” der Raum innerhalb deines Köpers wärst. Dass Gedanken und Gefühlen in dir, innerhalb von dir aufsteigen.

So ist in den ganzen Jahren ein mächtiges Epos entstanden: Deine Lebensgeschichte.

Aber wie gut passt dieses Epos eigentlich noch zu der aktuellen Lebenssituation? Wie förderlich sind diese inneren Konstrukte für dich? Wie sehr sperren dich diese Ansichten in eine Zwangsjacke, weil sie für dich definieren, was geht und was nicht?

All das kannst du mit dem folgenden Experiment überprüfen. So funktioniert es: Nimm dir eine Stunde Zeit. Am besten eine Stunde es Tages, wo es nicht allzu stressig ist, wo du nicht nur im ganzen Trubel Aufgabe nach Aufgabe abarbeiten musst. Wo es allerdings auch nicht allzu reizarm ist. Irgend etwas in der Mitte ist sicherlich geeignet. Und dann sei der Ermittler, die Ermittlerin in deiner eigenen Lebensuntersuchung.

Wenn ein Gedanke auftaucht, dann zweifle ihn wie ein Mordermittler an. “Stimmt das wirklich?” “Gibt es Beweise dafür?” “Gibt es Gegenbeweise?”

Wenn die innere Stimme zu dir spricht, dann zweifle sie an. “Das stimmt doch bestimmt nicht, oder?” “Nette Geschichte, aber mich überzeugt das nicht.”

Wenn ein Gefühl auftaucht, dann zerlege es in die Einzelteile. “Was genau geht gerade im Körper vor?” “Wie ist die Abfolge der einzelnen Empfindungen?” “Welchen Namen kann ich dem Gefühl geben?” “Wie könnten andere Menschen diese Empfindung unter Umständen auch benennen?”

Ganz egal, was in der Innenwelt auftaucht, sei einfach skeptisch. Schau, ob es nicht auch andere Sichtweisen gibt. Beobachte, ob nicht irgend etwas einfach nur auf Autopilot abläuft. Mach das einfach einmal für eine einzige Stunde.

Und dann zieh Bilanz. Was hast du erkannt? Wie starr, wie fest ist dieses Lebenskorsett? Aber ziehe keine schnellen Schlüsse daraus. Denn auch diese Gedanken solltest du anzweifeln.

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